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Teleprompter
Erinnern Sie sich an das Goethe-Gedicht, das wir in der Schule lasen?
Es enthielt die Zeile: 'Über allen Gipfeln ist Ruh.' Gerade eben, als ich am Schultor vorbeiging, begegnete ich einigen Schülern.
Sie sprachen über den morgigen Unterricht. In diesem Moment bekamen diese Worte eine ganz neue Bedeutung.
Ich erinnere mich, wie unser Lehrer diese Passage erklärte: Wir verstehen den Wert der Gegenwart erst, wenn sie Vergangenheit wird.
In letzter Zeit teilen alle Hölderlin-Zitate, und ich weiß nicht, wie ich dieses Gefühl an der Kreuzung beschreiben soll.
In unserer Jugend sahen wir in 'Wandrers Nachtlied' nur eine Naturbeschreibung. Jetzt verstehe ich die Tiefe von 'Ein Gleiches.'
Damals glaubten wir, die Jugend währe ewig. Heute begreife ich den Wert von Rilkes 'Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.'
Wie Schiller schrieb: 'Was man von der Minute ausgeschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück.'
Heines Worte klingen nach: 'Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.'
In der Nacht, wenn Kindheitserinnerungen plötzlich auftauchen, wie Wellen der Zeit,
Begreife ich, dass diese fünfundvierzig Minuten im Unterricht ihr episches Leben waren,
Ihre unerfüllten Träume, ihre unausgesprochenen Bedauern, ihr unvollendetes Schicksal.
So waren all diese tiefen Wahrheiten,
Die Wege, die wir gehen müssen,
Bereits in ihren Versen geschrieben,
Und wir wurden zum lebenden Echo ihrer Worte,
Obwohl es uns damals so gewöhnlich erschien.
Es enthielt die Zeile: 'Über allen Gipfeln ist Ruh.' Gerade eben, als ich am Schultor vorbeiging, begegnete ich einigen Schülern.
Sie sprachen über den morgigen Unterricht. In diesem Moment bekamen diese Worte eine ganz neue Bedeutung.
Ich erinnere mich, wie unser Lehrer diese Passage erklärte: Wir verstehen den Wert der Gegenwart erst, wenn sie Vergangenheit wird.
In letzter Zeit teilen alle Hölderlin-Zitate, und ich weiß nicht, wie ich dieses Gefühl an der Kreuzung beschreiben soll.
In unserer Jugend sahen wir in 'Wandrers Nachtlied' nur eine Naturbeschreibung. Jetzt verstehe ich die Tiefe von 'Ein Gleiches.'
Damals glaubten wir, die Jugend währe ewig. Heute begreife ich den Wert von Rilkes 'Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.'
Wie Schiller schrieb: 'Was man von der Minute ausgeschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück.'
Heines Worte klingen nach: 'Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.'
In der Nacht, wenn Kindheitserinnerungen plötzlich auftauchen, wie Wellen der Zeit,
Begreife ich, dass diese fünfundvierzig Minuten im Unterricht ihr episches Leben waren,
Ihre unerfüllten Träume, ihre unausgesprochenen Bedauern, ihr unvollendetes Schicksal.
So waren all diese tiefen Wahrheiten,
Die Wege, die wir gehen müssen,
Bereits in ihren Versen geschrieben,
Und wir wurden zum lebenden Echo ihrer Worte,
Obwohl es uns damals so gewöhnlich erschien.
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